Ist Dukes Glücksträhne endgültig gerissen? Der Flughafen von Houston – ein Ort, an dem Menschen gut gelaunt ankommen. Für Duke jedoch endet die Reise aus Japan mit Handschellen und grellem Neonlicht in einem eiskalten Verhörraum. Kein Wort der Erklärung. Nur der Blick eines Ermittlers, der mehr zu wissen scheint, als ihm lieb ist.Seine Gedanken jagen im Kreis. Welche Missetat will man ihm anhängen? Ein Fehler, ein Schatten aus der Vergangenheit – irgendetwas hat ihn eingeholt. Er war eigentlich immer zu vorsichtig gewesen, um jetzt erwischt zu werden. Und dann Abigail. War sie auch verhaftet worden – oder längst mit seinem Geheimnis über alle Berge?Als Duke endlich begreift, weshalb man ihn wirklich festhält, weiß er: Das Glück war nie auf seiner Seite – es hat nur darauf gewartet, ihn fallen zu sehen. Doch was, wenn dies erst der Anfang ist?
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Kapitel 1Hatte man die Klimaanlage absichtlich so kalt eingestellt? Die eisige Luft biss wie kleine Nadeln in Dukes Haut. Bei der krassen Deckenbeleuchtung sowie dem unbequemen Stuhl wusste er jedenfalls, dass dies alles pure Berechnung war. Eine gezielte Strategie, ihn mürbe zu machen. Sicherlich waren das die psychologischen Spielchen einer choreografierten Weichklopfstrategie, seit man ihn, ohne ihm seine Rechte vorzulesen, in diesen unterkühlten Raum gesperrt hatte. Hier wartete er bereits seit über einer Stunde, ohne dass sich jemand blicken ließ. Wäre er nicht an den Tisch gekettet gewesen, hätte er bereits den Versuch unternommen, die harte Sitzgelegenheit durch den überdimensionalen Spiegel zu schleudern. So jedoch hing Duke gelangweilt auf dem Stuhl und popelte den nicht vorhandenen Dreck unter seinen Fingernägeln hervor, um komplette Gelassenheit zu demonstrieren. Diese Coolness war nur gespielt, denn sein Gehirn lief unwillkürlich im Überholmodus, um den Grund zu finden, warum er verhaftet worden war. Welcher Untat ist man ihm auf die Schliche gekommen? Bei der einfachen Frage, die doch recht komplex schien, bekam er unbewusst Kopfschmerzen. War er in Japan zu unvorsichtig gewesen? Eigentlich konnte er sich das nicht vorstellen. Duke zuckte kurz innerlich zusammen, als ihm der Gedanke mit dem gefälschten Pass kam. Verdammt, dachte er, und konnte nicht ausschließen, dass ihm damals der Geheimdienst den Drucker im Darknet verkauft hatte. Ohne dass man es ihm äußerlich ansah, ärgerte er sich, erneut in einem Schlamassel zu sitzen, der wohl kaum mit einem blauen Auge enden würde. Wahrscheinlich hatte er Abigail direkt mit in all den Mist hineingezogen. Dieser Gedanke bereitete ihm das meiste Unbehagen.Unvermittelt öffnete sich die Tür und holte damit Duke aus der Grübelei. Ein Militärtyp trat ein, den man definitiv in einen teuren Anzug gestopft hatte. Wortlos setzte dieser sich Duke gegenüber und öffnete einen recht umfangreichen Aktenordner, in dem er seelenruhig blätterte, ohne ihn zu beachten. Das Aufeinanderprallen von Disziplin und steifem Zivilstil war beinahe komisch, hätte die Situation nicht so todernst gewirkt.Nach einigen Sekunden meinte Duke mit fester Stimme: »Niemand hat mir meine Rechte vorgelesen, und nun denke ich, dass es an der Zeit ist, mir meinen Anspruch auf einen Telefonanruf zu gewähren. Sie wissen schon, um meinen Anwalt zu informieren, wie ich hier behandelt werde und all den Mist.«Mr. Umblätterheini hob nicht einmal den Blick, sondern drehte eine Seite nach der anderen um, als wäre Dukes Forderung bloß ein Hintergrundrauschen.Tiefenentspannt erwiderte er: »Wer sagt, dass Sie irgendwelche Rechte haben?«Unwillkürlich hob sich bei Duke eine Augenbraue.Einen doppelten Schockmoment später fragte er: »Bisher dachte ich, dass ich in einem freien Rechtsstaat lebe!«»Aha«, kam es spöttisch. Noch immer machte sich der Typ nicht die Mühe, aufzublicken, und blätterte mit dem Kopf nickend durch weitere acht Seiten, bis er nebenbei fragte: »Sie wissen schon, warum wir Sie verhaftet haben, oder?«»Tatsächlich nicht, aber Sie werden mich sicher gleich darüber aufklären, und zusammen werden wir herausfinden, dass alles ein unglückliches Missverständnis war. Kann immer einmal vorkommen. Ich wäre nach einer Entschuldigung von Ihnen nicht einmal sehr verstimmt.«Dann passierte etwas, das Duke nicht erwartet hatte: Der Mann ließ den Ordner sinken und musterte ihn direkt. Sein Blick war ein Mix aus Herausforderung und Neugier.»Wie ist denn hier so der Kaffee? Wenn wir schon dabei sind, uns nett zu unterhalten, dann könnte einer Ihrer Soldaten hinter dem Spiegel mir einen Becher Koffein bringen, während Sie schon einmal an Ihrer Entschuldigung arbeiten.«Duke erkannte bei seinem Gegenüber ein falsches Lächeln, der gleich konterte: »Was veranlasst Sie zu der Annahme, ich würde dem Militär angehören?«»Nun, zum einen Ihr billiger Haarschnitt und zum anderen Ihre Körpersprache, die verdeutlicht, wie unwohl Sie sich in dem feinen Anzug fühlen. Also, kommt jetzt mein Kaffee?«, fragte Duke nach und schaute provokativ in den Spiegel, als würde er den stummen Beobachter herausfordern.Sekunden vergingen, in denen Duke weiterhin von seinem Gegenüber gemustert wurde, und er versuchte, die Rolle des Unbeeindruckten weiterzuspielen. Natürlich war ihm bewusst, dass er hier gerade megamäßig in Schwierigkeiten steckte, wenn der Militärmensch mit einem Aktenordner ankam, der dicker war als das Branchenbuch von Keene.
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SebastianCohen
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Ist Dukes Glücksträhne endgültig gerissen? Der Flughafen von Houston – ein Ort, an dem Menschen gut gelaunt ankommen. Für Duke jedoch endet die Reise aus Japan mit Handschellen und
grellem Neonlicht in einem eiskalten Verhörraum. Kein Wort der Erklärung. Nur der Blick eines Ermittlers, der mehr zu wissen scheint, als ihm lieb ist.Seine Gedanken jagen im Kreis. Welche Missetat will man ihm anhängen? Ein Fehler, ein Schatten aus der Vergangenheit – irgendetwas hat ihn eingeholt. Er war eigentlich immer zu vorsichtig gewesen, um jetzt erwischt zu werden. Und dann Abigail. War sie auch verhaftet worden – oder längst mit seinem Geheimnis über alle Berge?Als Duke endlich begreift, weshalb man ihn wirklich festhält, weiß er: Das Glück war nie auf seiner Seite – es hat nur darauf gewartet, ihn fallen zu sehen. Doch was, wenn dies erst der Anfang ist?
Kapitel 1Hatte man die Klimaanlage absichtlich so kalt eingestellt? Die eisige Luft biss wie kleine Nadeln in Dukes Haut. Bei der krassen Deckenbeleuchtung sowie dem unbequemen Stuhl wusste er jedenfalls, dass dies alles pure Berechnung war. Eine gezielte Strategie, ihn mürbe zu machen. Sicherlich waren das die psychologischen Spielchen einer choreografierten Weichklopfstrategie, seit man ihn, ohne ihm seine Rechte vorzulesen, in diesen unterkühlten Raum gesperrt hatte. Hier wartete er bereits seit über einer Stunde, ohne dass sich jemand blicken ließ. Wäre er nicht an den Tisch gekettet gewesen, hätte er bereits den Versuch unternommen, die harte Sitzgelegenheit durch den überdimensionalen Spiegel zu schleudern. So jedoch hing Duke gelangweilt auf dem Stuhl und popelte den nicht vorhandenen Dreck unter seinen Fingernägeln hervor, um komplette Gelassenheit zu demonstrieren. Diese Coolness war nur gespielt, denn sein Gehirn lief unwillkürlich im Überholmodus, um den Grund zu finden, warum er verhaftet worden war. Welcher Untat ist man ihm auf die Schliche gekommen? Bei der einfachen Frage, die doch recht komplex schien, bekam er unbewusst Kopfschmerzen. War er in Japan zu unvorsichtig gewesen? Eigentlich konnte er sich das nicht vorstellen. Duke zuckte kurz innerlich zusammen, als ihm der Gedanke mit dem gefälschten Pass kam. Verdammt, dachte er, und konnte nicht ausschließen, dass ihm damals der Geheimdienst den Drucker im Darknet verkauft hatte. Ohne dass man es ihm äußerlich ansah, ärgerte er sich, erneut in einem Schlamassel zu sitzen, der wohl kaum mit einem blauen Auge enden würde. Wahrscheinlich hatte er Abigail direkt mit in all den Mist hineingezogen. Dieser Gedanke bereitete ihm das meiste Unbehagen.Unvermittelt öffnete sich die Tür und holte damit Duke aus der Grübelei. Ein Militärtyp trat ein, den man definitiv in einen teuren Anzug gestopft hatte. Wortlos setzte dieser sich Duke gegenüber und öffnete einen recht umfangreichen Aktenordner, in dem er seelenruhig blätterte, ohne ihn zu beachten. Das Aufeinanderprallen von Disziplin und steifem Zivilstil war beinahe komisch, hätte die Situation nicht so todernst gewirkt.Nach einigen Sekunden meinte Duke mit fester Stimme: »Niemand hat mir meine Rechte vorgelesen, und nun denke ich, dass es an der Zeit ist, mir meinen Anspruch auf einen Telefonanruf zu gewähren. Sie wissen schon, um meinen Anwalt zu informieren, wie ich hier behandelt werde und all den Mist.«Mr. Umblätterheini hob nicht einmal den Blick, sondern drehte eine Seite nach der anderen um, als wäre Dukes Forderung bloß ein Hintergrundrauschen.Tiefenentspannt erwiderte er: »Wer sagt, dass Sie irgendwelche Rechte haben?«Unwillkürlich hob sich bei Duke eine Augenbraue.Einen doppelten Schockmoment später fragte er: »Bisher dachte ich, dass ich in einem freien Rechtsstaat lebe!«»Aha«, kam es spöttisch. Noch immer machte sich der Typ nicht die Mühe, aufzublicken, und blätterte mit dem Kopf nickend durch weitere acht Seiten, bis er nebenbei fragte: »Sie wissen schon, warum wir Sie verhaftet haben, oder?«»Tatsächlich nicht, aber Sie werden mich sicher gleich darüber aufklären, und zusammen werden wir herausfinden, dass alles ein unglückliches Missverständnis war. Kann immer einmal vorkommen. Ich wäre nach einer Entschuldigung von Ihnen nicht einmal sehr verstimmt.«Dann passierte etwas, das Duke nicht erwartet hatte: Der Mann ließ den Ordner sinken und musterte ihn direkt. Sein Blick war ein Mix aus Herausforderung und Neugier.»Wie ist denn hier so der Kaffee? Wenn wir schon dabei sind, uns nett zu unterhalten, dann könnte einer Ihrer Soldaten hinter dem Spiegel mir einen Becher Koffein bringen, während Sie schon einmal an Ihrer Entschuldigung arbeiten.«Duke erkannte bei seinem Gegenüber ein falsches Lächeln, der gleich konterte: »Was veranlasst Sie zu der Annahme, ich würde dem Militär angehören?«»Nun, zum einen Ihr billiger Haarschnitt und zum anderen Ihre Körpersprache, die verdeutlicht, wie unwohl Sie sich in dem feinen Anzug fühlen. Also, kommt jetzt mein Kaffee?«, fragte Duke nach und schaute provokativ in den Spiegel, als würde er den stummen Beobachter herausfordern.Sekunden vergingen, in denen Duke weiterhin von seinem Gegenüber gemustert wurde, und er versuchte, die Rolle des Unbeeindruckten weiterzuspielen. Natürlich war ihm bewusst, dass er hier gerade megamäßig in Schwierigkeiten steckte, wenn der Militärmensch mit einem Aktenordner ankam, der dicker war als das Branchenbuch von Keene.